Wie gut sind Ihre Wortschatzkenntnisse?


Testen Sie hier Ihren rezeptiven und produktiven Wortschatz in verschiedenen Sprachen. Wie viel Prozent der 5000 häufigsten Wörter kennen Sie?

Klicken Sie dazu auf die entsprechende Sprache und wählen Sie zwischen “rezeptiv” und “produktiv”.

Hinweis: Um unsere Wortschatztests noch besser und zuverlässiger zu machen, führen wir regelmäßig statistische Analysen zur Qualität der einzelnen Aufgaben durch. Hierfür speichern wir die Resultate unserer kostenfreien Online Wortschatztests. Es werden keine personenbezogenen oder technischen Daten erfasst. Bitte nutzen Sie unsere Wortschatztests nur, wenn Sie damit einverstanden sind.



Hintergrund


Wortschatzwissen in der Fremdsprache


Wortschatzwissen ist eine wichtige Komponente beim Erlernen einer Fremdsprache.
Die Forschung in diesem Bereich geht dabei von der Existenz sogenannter Wortschatzschwellen aus.

Man nimmt also an, dass es Wortschatzgrößen gibt, die benötigt werden, um Aufgaben in der Fremdsprache zu bewältigen und beispielsweise unbekannte authentische Texte ohne größeren Zeitverlust lesen und verstehen zu können.

Wortschatzstand – Worthäufigkeit


Zweck der Wortschatztests ist es, den Wortschatzstand der Teilnehmenden anhand von Tausenderstufen (1000 bis 5000) auf einer Worthäufigkeitsskala zu bewerten.

Ausgehend vom Wortschatzstand kann anschließend eine Zuordnung zu den Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) mit Bezug auf die Fertigkeit Lesen erfolgen.


Entwicklung


Vorbild: Vocabulary Levels Tests


Die Tests wurden nach dem Vorbild der von Paul Nation für das Englische entwickelten Vocabulary Levels Tests entworfen und basieren auf der Annahme, dass häufige Wörter früher erworben und beherrscht werden als weniger häufige.


Es wird zwischen rezeptiver und produktiver Kompetenz unterschieden. Unter rezeptivem (auch passivem) Wortschatzwissen versteht man die Wörter, die Lernende in Texten verstehen bzw. durch Strategien erschließen können. Der rezeptive Wortschatz ist damit in der Regel deutlich größer als der produktive (auch aktive) Wortschatz, also solche Wörter, die Lernende aktiv gebrauchen können.

Im produktiven Teil eines kompletten Wortschatztests werden 90 Stichproben und im rezeptiven Teil 150 Stichproben getestet.

Die hier verfügbaren Tests bestehen aus fünf allgemeinsprachlichen Subtests, die Wortschatzstände von 1000, 2000, 3000, 4000 und 5000 Wörtern erfassen.

Die Wortschatzstände für das Deutsche entsprechen dem aus dem Herder/BYU-Korpus erarbeiteten Häufigkeitswortschatz.
Der Testteil „Die 1000 häufigsten Wörter des Deutschen“ enthält Wortschatz, der in der Liste die Häufigkeit 1 (das häufigste Wort des Korpus) bis 1000 hat. „Die häufigsten 2000 Wörter des Deutschen“ prüft entsprechend die Wörter mit der Häufigkeit 1001 bis 2000 usw.
Auch die Distraktoren, Definitionen und Umgebungssätze entstammen jeweils der getesteten oder einer niedrigeren Tausenderstufe.

Im Rahmen dieser Webseite können die 5000 häufigsten Wörter folgender Sprachen getestet werden:

  • Arabisch
  • Chinesisch
  • Deutsch
  • Englisch
  • Französisch
  • Italienisch
  • Japanisch
  • Koranisch
  • Portugiesisch
  • Russisch
  • Spanisch
  • Türkisch
Folgende Tests befinden sich derzeit in der Entwicklung:

  • Finnisch
  • Niederländisch
  • Tschechisch

Aufbau und Anwendung


Allgemeine Hinweise


Im Folgenden finden Sie Hinweise zum Aufbau und der Anwendung der Wortschatztests sowie beispielhafte Darstellungen der produktiven und rezeptiven Itemformate.



Der produktive Test besteht pro Subtest aus 18 Lückentext-Items.
Das gesuchte Wort ist in einen Kontext von ein bis zwei Sätzen eingebettet.
Es sind so viele Buchstaben des Wortes vorgegeben, dass für den jeweiligen Kontext eine eindeutige Lösung entsteht.

Beispiel:  In der Klasse gibt es zehn Jungen und zwölf Mä________ .


Im rezeptiven Test gibt es für jeden Subtest zehn Items. Jedes davon besteht aus drei Wörtern oder Wortgruppen, denen aus sechs Begriffen die passenden drei zugeordnet werden müssen.

Diese Aufgabenstellung bietet mehrere Vorteile:

  • Zum einen kann durch die drei Distraktoren in jeder Aufgabe, die ebenfalls dem jeweiligen Niveau entstammen, eine große Zahl an Wörtern in kurzer Zeit überprüft werden (60 pro Niveau).
  • Außerdem können Teilnehmende vielfältiges Wissen zur Lösung der Aufgaben anwenden, wobei die Ratewahrscheinlichkeit trotzdem gering ist.

Beispiel:

Zeitlimit


Das Zeitlimit pro Test liegt bei 30 Minuten.

Die Aufgaben sollen ohne Wörterbuch gelöst werden.


Bestehen der Tests


Pro Wortschatzlevel (1000, 2000 etc.) müssen 80% erreicht werden, dann gilt das Niveau als bestanden. 80% entsprechen:

  • rezeptiv:  24 von 30 Punkten pro 1000er Stufe
  • produktiv:  14 von 18 Punkten pro 1000er Stufe

Die erreichten Punktzahlen pro Stufe können nach Bearbeitung des Wortschatztests im Fenster „Testergebnis“ unter „mehr Details“ eingesehen werden.



Interpretation


Was können die Ergebnisse leisten?


Von den im Wortschatztest erreichten Ergebnissen lässt sich auf das Sprachniveau der Teilnehmenden für die Fertigkeit Lesen nach dem GER schließen.


  • 1000 und 2000 >> A2
    Eine erfolgreiche Bearbeitung der Wortschatzlevels 1000 und 2000 entspricht ungefähr einem Leseniveau von A2.
  • 3000 >> B1
    Mit sicheren Kenntnissen der häufigsten 3000 Wörter haben Teilnehmende im Normalfall ein Leseniveau von B1.
  • 4000 und 5000 >> B2
    Eine erfolgreiche Bewältigung der Stufen 4000 und 5000 lässt auf ein sicheres B2-Leseniveau schließen.

Was können die Ergebnisse nicht leisten?


Die Ergebnisse lassen keine präzisen Aussagen über Fertigkeiten im Sprechen, Hören oder Schreiben zu. Auch der produktive Test überprüft lediglich das aktive Wortschatzwissen und lässt keine Rückschlüsse auf produktive Sprachfertigkeiten zu.


Wortlisten


Zur Entwicklung der Wortschatztests wurden u. a. folgende Veröffentlichungen herangezogen:

 

Baudot, Jean (1992): Fréquences d’utilisation des mots en français écrit contemporain. Montréal: Presses de l’Univ. de Montréal.

Buckwalter, Tim; Parkinson, Dilworth B. (2011): A frequency dictionary of Arabic. Core vocabulary for learners. London, New York: Routledge.

Davies, Mark; Davies, Kathy Hayward (2018): A frequency dictionary of Spanish. Core vocabulary for learners. London, New York: Routledge.

Davies, Mark; Gardner, Dee (2011): A frequency dictionary of contemporary American English. Word sketches, collacates, and thematic lists. London, New York: Routledge.

Davies, Mark; Preto-Bay, Ana Maria Raposo (2008): A frequency dictionary of Portuguese. Core vocabulary for learners. London, New York: Routledge.

Jones, Randall L.; Tschirner, Erwin (2011): A frequency dictionary of German. Core vocabulary for learners. London, New York: Routledge.

Lonsdale, Deryle; Le Bras, Yvon (2011): A frequency dictionary of French. Core vocabulary for learners. London, New York: Routledge.

Šarov, Sergej A.; Umanskaya, Elena; Wilson, James (2013): A frequency dictionary of Russian. Core vocabulary for learners. London, New York: Routledge.

Tono, Yukio; Makawa, Kikuo; Yamazaki, Makoto (2013): A frequency dictionary of Japanese. Core vocabulary for learners. London, New York: Routledge.

Tschirner, Erwin (2008): Lextra. Grund- und Aufbauwortschatz Englisch. Nach Themen. Berlin: Cornelsen.

Tschirner, Erwin (2008): Lextra. Grund- und Aufbauwortschatz Französisch. Nach Themen. Berlin: Cornelsen.

Tschirner, Erwin (2008): Lextra. Grund- und Aufbauwortschatz Spanisch. Nach Themen. Berlin: Cornelsen.

Tschirner, Erwin (2010): Lextra. Grund- und Aufbauwortschatz Italienisch. Nach Themen. Berlin: Cornelsen.

Tschirner, Erwin (2010): Lextra. Grund- und Aufbauwortschatz Portugiesisch. Nach Themen. Berlin: Cornelsen.

Tschirner, Erwin (2010): Lextra. Grund- und Aufbauwortschatz Russisch. Nach Themen. Berlin: Cornelsen.

Xiao, Richard; Rayson, Paul; McEnery, Tony (2009): A Frequency Dictionary of Mandarin Chinese. Core Vocabulary for Learners. London, New York: Routledge.


Weiterführende Literatur


Hier finden Sie weiterführende Literatur zum Thema Wortschatz:


Testing and Teaching Vocabulary

Nation, Paul (1983)

In: Guidelines 5 (1), 12-25
Online verfügbar




Teaching and Learning Vocabulary

Nation, Paul (1990)

New York: Newbury House




Learning Vocabulary in another Language

Nation, Paul (2001)

Cambridge: Cambridge University Press




A Vocabulary Size Test

Nation, Paul/Beglar, David (2007)

The Language Teacher 31 (7), 9-13.
Online verfügbar




Vocabulary

Nation, Paul; Laufer, Batia (2012)

In: Gass, S./Mackey, A. (Hrsg.): The Routledge Handbook of Second Language Acquisition. New York: Routledge, 163-176.




Assessing Vocabulary

Read, John (2000)

Cambridge University Press, Cambridge.




Developing and Exploring the Behaviour of Two New Versions of the Vocabulary Levels Test

Schmitt, Norbert; Schmitt, Diane; Clapham, Caroline (2001)

Language Testing 18 (1), 55-88.




Review Article. Instructed Second Language Vocabulary Learning.

Schmitt, Norbert (2008)

Language Teaching Research 12 (3), 329-363.
Online verfügbar unter www.norbertschmitt.co.uk




The percentage of words known in a text and reading comprehension

Schmitt, Norbert/Jiang, Xiangying/Grabe, William (2011)

Modern Language Journal 95 (1), S. 26-43.
Online verfügbar unter www.norbertschmitt.co.uk




Der Wortschatzstand von Studierenden zu Beginn ihres Anglistikstudiums

Tschirner, Erwin (2004)

Fremdsprachen Lehren und Lernen 33, 114-127




Breadth of Vocabulary and Advanced English Study: An Empirical Investigation.

Tschirner, Erwin (2004)

Electronic Journal of Foreign Language Teaching 1 (1), 27-39




Korpora, Häufigkeitslisten, Wortschatzerwerb

Tschirner, Erwin (2005)

In: Heine, A./Hennig, M./Tschirner, E. (Hrsg.): Deutsch als Fremdsprache – Konturen und Perspektiven eines Fachs. München: Iudicium. 133-149




Häufigkeitsverteilungen im Deutschen und ihr Einfluss auf den Erwerb des Deutschen als Fremdsprache

Tschirner, Erwin (2006)

In: Corina, E./Marello, C./Onesti, C. (Hrsg.): Atti del XII Congresso Internationale di Lessicografia. Alessandria: Edizioni dell’ Orso. 1277-1288





Unterstützung


Die Wortschatztests wurden insbesondere im Rahmen der Arbeitsstelle „Assessment Literacy und Kompetenzschulung“ am ITT e.V. entwickelt. Die Arbeitsstelle wurde gefördert vom Cornelsen Verlag.